Führerschein-Sehtest

20.07.2016 15:45

Bevor ihr zu einer Fahrprüfung zugelassen werdet, müssen eure gesundheitlichen Voraussetzungen zum Führen eines Fahrzeuges geprüft werden. Die Bedingungen zum Erwerb eines Führerscheins werden in Deutschland in der „Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr“ festgelegt und sind eng an das Recht anderer EU-Mitgliedstaaten angelehnt. Eine der Voraussetzungen für den Erwerb eines Führerscheins ist der Sehtest, schließlich ist das Auge das wichtigste Sinnesorgan beim Fahren. Es muss die Anzeigegeräte im Fahrzeug genauso gut erkennen wie herannahende Fahrzeuge und Verkehrsschilder, und das alles in kürzester Zeit. Wenn ein Fahrzeugführer diese Bedingungen nicht erfüllen kann, gefährdet er sich selbst und die anderen Verkehrsteilnehmer. Welche Bedingungen beim Sehtest erfüllt werden müssen, hängt von der Fahrzeugklasse ab, die später gefahren werden soll.
Für die Fahrzeugklassen A, A1, B, BE, M, S, L und T reicht ein einmaliger Sehtest aus, der vom Augenarzt oder vom Optiker durchgeführt werden kann. Für die Fahrzeugklassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE und D1E ist nicht nur die Untersuchung des Sehvermögens, sondern auch eine ärztliche Untersuchung erforderlich, die altersabhängig in vorgeschriebenen Abständen wiederholt werden muss. (Information des Bundesverkehrsministeriums, Stand März 2011).

Diese Untersuchung umfasst neben dem Sehtest auch weitere Augenuntersuchungen. Es werden zusätzlich das räumliche Sehen, die Augenbeweglichkeit, das Farb- und Dämmerungssehen und das Gesichtsfeld überprüft. Auch das Stereosehen, also das räumliches Sehvermögen, wird getestet. Diese Untersuchungen sind ebenfalls erforderlich, wenn der Sehtest zuvor nicht bestanden wurde. Bei Fehlsichtigkeit kann der Test mit einer Sehhilfe durchgeführt werden. Zu den häufigsten Fehlsichtigkeiten gehören Weit- und Kurzsichtigkeit.

Auch wenn es nicht vorgeschrieben ist, sollte jeder Fahrzeugführer sein Sehvermögen regelmäßig kontrollieren lassen. Experten raten, sich mindestens im Abstand von 10 Jahren von einer autorisierten Stelle testen zu lassen. Wenn man über 50 Jahre alt ist, wird ein Sehtest im Abstand von 2 Jahren empfohlen. Wenn man älter als sechzig Jahre ist, sollte man sich einmal im Jahr testen lassen.

Die Sehschärfe wird auch als Visus bezeichnet. Die normale Sehschärfe entspricht dem Visus 1. Ist der Visus kleiner als 0,7, muss der zukünftige Fahrzeugführer während der Fahrt eine Sehhilfe in Form einer Brille oder von Kontaktlinsen tragen. Dieses muss dann in den Führerschein eingetragen werden. Man ist dann verpflichtet, die Sehhilfe während des Autofahrens auch zu tragen. Wer sich nicht daran hält, muss bei Unfällen mit Strafen rechnen und bekommt versicherungstechnische Probleme. Aber auch wenn der Visus größer als 0,7 ist, kann über eine Sehhilfe nachgedacht werden, am besten lasst uhr euch vom Augenarzt beraten. Bedenkt aber, dass die Sehstärke allmählich nachlässt und deshalb subjektiv oft viel zu spät bemerkt wird.

Welche Form der Sehhilfe für euch geeignet ist, müsst ihr selbst entscheiden. Wer sich einmal an Kontaktlinsen gewöhnt hat, lobt ihre unkomplizierte Handhabung und Pflege. Ihr solltet auch darauf vorbereitet sein, dass beim Sehtest für den Erwerb eines Führerscheins keine Tafeln mit Zahlen oder Buchstaben, sondern solche mit dem Normsehzeichen „Landoltring“ eingesetzt werden. Der Landoltring ist ein Kreisring mit einer vorgeschriebenen Öffnung in einem bestimmten Verhältnis von Außen- und Innendurchmesser. Die Öffnung des Landoltrings kann in acht verschiedenen Stellungen auf der Sehtafel erscheinen. Ihr müsst beim Sehtest die Lage der Öffnung erkennen. Wennihr Kontaktlinsen oder eine Brille tragt, solltet ihr diese Sehhilfen mindestens zwei Stunden vor dem Sehtest einsetzen, damit sich eure Augen daran gewöhnen und das Ergebnis nicht verfälscht wird. Auch Arbeiten, die das Auge stark beanspruchen, können das Sehvermögen kurzzeitig beeinträchtigen. Das tritt besonders häufig an Computerarbeitsplätzen auf. Je besser ihr auf den Sehtest vorbereitet seid, desto erfolgsversprechender ist das Ergebnis.

Dieser Artikel schildert die Situation in Deutschland. In anderen Ländern, z.B. in Österreich und in der Schweiz, können andere Gesetze und Vorschriften gelten.


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