Sauerstoff-Durchlässigkeit

16.11.2015 14:00

Kontaktlinsen werden aus unterschiedlichen Kunststoffen hergestellt, die gleichermaßen über verschiedene Eigenschaften verfügen. Besonders großer Wert wird heute auf die Sauerstoffdurchlässigkeit der Linsen gelegt. Aufgrund der Weiterentwicklung der Kunststoffe, hat sich die Sauerstoffdurchlässigkeit in den letzten Jahren stark verbessert.

Mittlerweile gibt es kaum noch Unterschiede hinsichtlich der Verträglichkeit und des Tragekomfort zwischen weichen und formstabilen Kontaktlinsen, die als harte Kontaktlinsen bezeichnet werden. Noch vor einigen Jahren galten weiche Kontaktlinsen als weniger verträglich als die formstabilen Linsen. Doch mittlerweile wird die Sauerstoffversorgung des Auges nicht mehr durch das Tragen einer weichen Kontaktlinse beeinträchtigt.

 

Wozu dient die Sauerstoffdurchlässigkeit der Kontaktlinsen?

Die Hornhaut des Auges benötigt Sauerstoff, um nicht aufzuquellen und trübe zu werden. Der Sauerstoff wird über die Tränenflüssigkeit zu den Zellen der Hornhaut transportiert. Da der Durchmesser weicher Kontaktlinsen größer ist als der von formstabilen Kontaktlinsen, besteht bei weichen Linsen die Gefahr einer Unterversorgung mit Sauerstoff. Deshalb werden weiche Kontaktlinsen mit einem so genannten DK-Wert gekennzeichnet, der als Messgröße die Sauerstoffdurchlässigkeit kennzeichnet. Der DK-Wert wird durch das Material, der Dicke sowie der Temperatur der Kontaktlinsen, bestimmt.

Eine entscheidende Rolle für die Verträglichkeit der Kontaktlinse spielt der Wert der Sauerstoffdurchlässigkeit (DK) im Verhältnis zur Linsendicke in der Mitte (L). Dieser Wert wird als DK/L gekennzeichnet oder aber als DK/t, wobei das "t" aus dem Englischen stammt und für „thickness“ steht. Ein hoher DK-Wert über 90 DK/t steht für eine gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut, ein niedriger DK/t Wert wiederum würde eine schlechte Sauerstoffdurchlässigkeit kennzeichnen.

Außerdem haben der Wassergehalt und die Form des Randes der Kontaktlinse Auswirkungen auf die Sauerstoffdurchlässigkeit, denn durch den höheren Wassergehalt kann mehr Sauerstoff transportiert werden. Nachteilig ist allerdings, dass diese Linsen über weniger Material verfügen und dementsprechend weniger stabil sind. Für den Kontaktlinsenträger würde sich das Einsetzen und Herausnehmen der Kontaktlinsen jedoch noch schwieriger gestalten, wenn das Material der Linsen noch dünner wäre.

Vor mehr als zehn Jahren erschienen die ersten Silikon-Hydrogellinsen auf dem deutschen Markt, deren Entwicklung ein wahrer Durchbruch war, denn Silikon-Hydrogellinsen gewährleisten eine optimale Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Neueste Hydrogellinsen verfügen über einen DK/t Wert von 100, wobei einige Linsen sogar Werte von über 120 DK/t erreichten. Diese hohen Werte der Sauerstoffdurchlässigkeit garantieren eine dauerhafte Sauerstoffversorgung der Hornhaut und gelten deshalb als besonders verträglich. Durch den Einsatz von Silikonkautschuk ist die Materialdicke optimal, die ein perfektes Zusammenspiel zwischen Wassergehalt und Sauerstoffversorgung gewährleistet. Selbst unter geschlossenen Lidern bleibt die Sauerstoffversorgung erhalten, so dass ein gelegentlicher Mittagsschlaf für den Tragekomfort kein Problem darstellt.

Bei harten, formstabilen Kontaktlinsen spielt der DK/t Wert zwar auch eine Rolle. Durch den geringeren Durchmesser der Linse ist die Sauerstoffversorgung des Auges beim Tragen der formstabilen Kontaktlinsen jedoch weniger stark beeinträchtigt, da die Linsen zudem beweglich auf dem Tränenfilm schwimmen. Auf diese Weise wird dem Auge genügend Sauerstoff zugeführt. Bezüglich der Verträglichkeit der formstabilen Linsen ist lediglich anzumerken, dass leichte Verletzungen beim Einsetzen und Herausnehmen der Kontaktlinsen häufiger vorkommen.


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