Kontaktlinsen bei Keratokonus

01.06.2016 15:30

Eine gesunde Hornhaut des Auges ist die Voraussetzung für das scharfe und klare Sehen, da sie an der Lichtbrechung beteiligt ist. Die Beschaffenheit der Augenhornhaut kann jedoch aufgrund von Erkrankungen verändert sein, so dass das normale Sehen nicht mehr möglich ist. Bei einigen Erkrankungen helfen selbst Brillen nicht mehr, um eine ausreichende Korrektur zu gewährleisten.

Der Keratokonus gehört zu den Augenkrankheiten, die ein gesundes und klares Sehen im fortgeschrittenen Verlauf der Erkrankung unmöglich machen. Wird aufgrund eines Keratokonus nur noch eine Sehleistung von unter 80% erreicht, können harte, formstabile Kontaktlinsen Abhilfe schaffen.

Der Keratokonus ist eine langsam fortschreitende Erkrankung der Hornhaut, bei der es zu einer Ausdünnung und Vorwölbung der Augenhornhaut kommt. Meist ist zunächst ein Auge betroffen, wobei das zweite Auge langfristig ebenfalls erkrankt. Aufgrund der vorgewölbten Hornhaut kommt es zu einer verstärkten Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), die anfangs noch mit Hilfe einer Brille korrigiert werden kann. Im weiteren Verlauf ist dies jedoch meist nicht der Fall, so dass häufig formstabile, harte Kontaktlinsen eingesetzt werden.

Der Keratokonus verläuft im Anfangsstadium recht unauffällig, weshalb häufig nicht erkannt wird, dass die Sehstörungen durch die Erkrankung der Hornhaut ausgelöst werden. Die typischen Anzeichen des Keratokonus sind Sehstörungen, wie beispielsweise das Sehen von Doppelbildern oder zusätzlichen Schatten an Zahlen und Buchstaben. Diese Symptome werden meist beim Lesen bemerkt, da sich der Keratonus besonders störend beim Sehen in der Nähe auswirkt. Auch das verwaschene Sehen, das auf die unterschiedliche Sehleistung beider Augen zurückzuführen ist, gehört zu den ersten Anzeichen des Keratokonus.

Die Ursachen sind trotz umfangreicher Studien bis heute nicht eindeutig bekannt. Vermutet wird jedoch, dass eine Stoffwechselstörung die Augenkrankheit auslöst. Ebenso ist festzustellen, dass die Erkrankung vererbt werden kann. Rund 80% der Patienten, die unter einem Keratokonus leiden, kommen mit harten Kontaktlinsen zur Korrektur zurecht und erreichen eine gute Sehleistung. Eine Augenoperation, wie beispielsweise die Keratoplastik, ist nur in seltenen Fällen nötig. Eine weitere Behandlung des Keratokonus stellt das Crosslinking dar. Hierbei führt spezielles UV-A-Licht in Zusammenhang mit einem Medikament zu einer Stabilisierung der Kollagenschicht der Hornhaut, so dass das Fortschreiten der Augenkrankheit gestoppt wird.

Kontaktlinsen bei Keratokonus

Formstabile, harte Kontaktlinsen, die zur Korrektur des Keratokonus Verwendung finden, werden auch als Keratokonus Kontaktlinsen bezeichnet. Die Anpassung sollte nur bei einem Augenspezialisten erfolgen, da die vorgewölbte Hornhaut nicht zu stark belastet werden darf, weil es sonst zu weiteren Schäden kommen könnte. Ziel der Anpassung ist, eine möglichst gute Korrektur der Sehleistung zu erreichen und die Hornhaut trotzdem zu schützen. Die Kontaktlinsen können den Keratokonus zwar nicht heilen, führen aber bei günstigem  Verlauf zu einer dauerhaft guten Sehleistung. Werden die Kontaktlinsen herausgenommen, wird die Sehleistung jedoch wieder auf das Maß der Erkrankung reduziert. Da jedoch in den meisten Fällen keine Operation nötig wird, eine Brille jedoch zu keiner ausreichenden Korrektur verhilft, sind Kontaktlinsen zur Behandlung der Augenerkrankung die bestmögliche Therapie.


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