Grüner Star

22.07.2016 16:30

Unter einem grünen Star (Glaukom) werden Erkrankungen des Auges zusammengefasst, die mit einer Schädigung des Sehnervs einhergehen. Als Hauptursache für eine Sehnervschädigung wird der erhöhte Augeninnendruck angesehen. Wird der grüne Star nicht rechtzeitig behandelt, droht ein Gesichtsfeldausfall, der im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann.
Ein unbehandelter grüner Star zählt sowohl in den Industriestaaten, als auch in den Entwicklungsländern, zu den häufigsten Ursachen der Erblindung. Allein in Deutschland leiden etwa eine halbe Million Menschen unter einem Glaukom, wobei rund 10% der Betroffenen von der Erblindung bedroht sind. Augenärzte gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt und schätzungsweise eine Million Menschen vom grünen Star betroffenen sind, ohne es zu wissen. Genau das ist der Punkt, der den erhöhten Augendruck so gefährlich macht, denn das Glaukom verläuft schmerzfrei und ohne erkennbare Symptome und kann über viele Jahre am Sehnerv des Betroffenen Schaden anrichten, ohne dass dieser etwas davon bemerkt. Dabei reicht eine leichte Erhöhung des Augeninnendrucks bereits aus, um das Auge zu schädigen. Eine Schädigung des Sehnervs kann zum späteren Zeitpunkt nicht mehr behoben oder rückgängig gemacht werden. Ein stark erhöhter Augendruck kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Da sich durch den hohen Augendruck Wasser in der äußeren Schicht der Hornhaut des Auges einlagert, können Sehstörungen auftreten. Das Auftreten von farbigen Ringen oder Höfen rund um Lichtquellen sind wichtige Anzeichen für einen stark erhöhten Augeninnendruck.

Erhöhter Augendruck: Vorsorge wichtig!

Da das Glaukom in der Regel langsam schleichend, ohne ausgeprägte Symptome verläuft, ist es ratsam, den Augendruck ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig (etwa alle 3-5 Jahre) bei einem Augenarzt messen zu lassen. Liegt ein erhöhtes Glaukom-Risiko vor, sollten die Vorsorgeuntersuchungen häufiger erfolgen. Ein erhöhtes Risiko stellen folgende Faktoren dar: Diabetes mellitus, Familienangehörige mit Glaukom, starke Kurzsichtigkeit, Bluthochdruck, langfristige Kortison-Behandlungen sowie vorangegangene Augenverletzungen.

Nicht verwechseln: Grüner Star und grauer Star

Häufig wird der grüne Star mit dem grauen Star verwechselt. Auch wenn beide Augenerkrankungen über kurz oder lang zur Erblindung führen können, haben sie nichts miteinander zu tun. Während es sich beim grünen Star (Glaukom) um einen erhöhten Augeninnendruck handelt, der Sehnervschäden verursacht und somit zur Erblindung führen kann, kommt es beim grauen Star (Katarakt) zu einer Eintrübung der Augenlinse, was ebenfalls eine Erblindung zur Folge haben kann. Auch die Behandlung der beiden Erkrankungen unterscheidet sich grundlegend. Der graue Star kann lediglich operativ behandelt werden, eine medikamentöse Therapie gegen die Linsentrübung gibt es nicht. Der grüne Star wiederum kann mit Augentropfen behandelt werden. Diese senken den Augendruck und vermeiden somit eine weitere Schädigung des Sehnervs. In manchen Fällen wird jedoch auch eine Operation oder Laserbehandlung nötig.

Können bei grünem Star Kontaktlinsen getragen werden?

Grundsätzlich spricht nichts gegen das Tragen von Kontaktlinsen, wenn ein grüner Star vorliegt. Es gibt allerdings verschiedene Glaukom-Arten, die unter Umständen eine Kontraindikation darstellen können. Im besten Fall erfolgt eine eingehende Untersuchung und Beratung beim Augenarzt. Kontaktlinsenträger mit grünem Star, die augendrucksenkende Augentropfen verwenden, sollten vor dem Einsetzen der Kontaktlinsen unbedingt die Packungsbeilage ihrer Augentropfen beachten. Verschiedene Augentropfen hinterlassen Rückstände auf den Linsen, so dass eine dementsprechende Pflege der Kontaktlinsen nötig ist. Manchmal muss auch ein gewisser Zeitabstand zwischen den Augentropfen und dem Einsetzen der Linsen eingehalten werden. Bestenfalls fällt die Entscheidung auf Tageslinsen, so dass keine Ablagerungen entstehen. Grundsätzlich sollten Fragen bezüglich Kontaktlinsen und grünem Star jedoch mit einem Augenarzt besprochen werden. Ob harte Kontaktlinsen, weiche Kontaktlinsen, Tageslinsen oder Monatslinsen, der Augenarzt kennt die spezifische Erkrankung und kann dementsprechend auch das optimale Pflegeprodukt für die Linsen empfehlen.


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