Bindehautentzündung

11.05.2016 16:15

Ein Auge ist gerötet, brennt oder juckt und manchmal hat man den Eindruck, ein Sandkorn oder ein anderer Fremdkörper sitze im Auge. Oft setzt auch eine wässrige oder schleimige Absonderung ein und das Lid beginnt zu verkleben. Diese Beschwerden sind typische Anzeichen einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Der Gang zum Arzt sollte nicht lange hinausgeschoben werden, denn eine Augenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Je nach Auslöser können rezeptfreie Produkte und Hausmittel bei Bindehautentzündung erfolgreich eingesetzt werden, doch manchmal sind weitreichendere Therapien unumgänglich. Es besteht immer die Möglichkeit, dass die Symptome zwar denen einer Bindehautentzündung ähneln, aber eine andere Erkrankung vorliegt. Gewissheit darüber bringt letztlich nur die Untersuchung eines Augenabstriches. Zu einer Bindehautentzündung führen unterschiedliche Ursachen. Die häufigsten sind

• Bakterielle und virusbedingte, vereinzelt auch von Pilzen hervorgerufene Infektionen
• allergische Reaktionen
• Verletzungen und Verätzungen durch Fremdkörper oder chemische Substanze
• Überempfindlichkeit gegen Staub, Zugluft, Rauch oder andere Umwelteinflüsse
• Trockenes-Auge-Syndrom
• nicht korrigierte Sehfehler

Viren und Bakterien sind die Hauptübeltäter

Viele infektiöse Bindehautentzündungen werden durch Viren hervorgerufen und manchmal auch als  Symptom bei Grippe oder Erkältungskrankheiten. Virale Erkrankungen werden vom Körper in der Regel nach einigen Tagen selbst kuriert, die Beschwerden können aber durch einfache Mittel gelindert werden (Tipps dazu unten). Beruht die Erkrankung auf einer Infektion mit so genannten Adenoviren, so ist äußerste Vorsicht und Hygiene angebracht, denn diese höchst ansteckende Bindehautentzündung könnte auch die Hornhaut schädigen und ist zudem meldepflichtig. Die Symptome treten erst fünf bis zwölf Tage nach der Ansteckung auf, so dass die Gefahr einer epidemischen Ausbreitung sehr groß ist.

Allergien verschonen auch das Auge nicht

Das Auge reagiert empfindlich auf Reize und ist deshalb bei Allergien oft in Mitleidenschaft gezogen. Heuschnupfen oder Hausstauballergie können dabei ebenso die Ursache sein wie eine Reaktion auf kosmetische Produkte, wie z.B. Mascara oder Kontaktlinsenreiniger. Der Verzicht auf die auslösenden Stoffe ist immer der erste Therapieschritt, soweit es möglich ist. Eine allergische Bindehautentzündung kann immer wieder auftreten, wenn das Immunsystem nicht erfolgreich gestärkt wird oder erfolgreich eine Hypersensibilisierung durchgeführt wird. Die Therapie der Symptome ist aber durchaus gleich.

Hausmittel oder gleich Antibiotika?

Stellt der Augenarzt eine bakterielle Bindehautentzündung fest, wird er wegen des hohen Ansteckungspotentials eine Therapie mit antibiotikahaltigen Präparaten einleiten. Eine Behandlung mit Antibiotika ist bei virusbedingter Konjunktivitis schulmedizinisch ebenfalls oft üblich, obwohl Viren dadurch nicht bekämpft werden. Bakterielle Sekundärinfektionen sollen so vermieden werden. In der Alternativmedizin werden Erfolge mit dem Einsatz von Augentrost erzielt. Ein aus den Blättern gekochter Tee wird zur Therapie getrunken und für Waschungen des Auges verwendet. Das traditionell bekannte Hausmittel Kamille führt häufig selbst zu allergischen Reaktionen, deshalb wird davon im Bereich der Augenheilkunde zunehmend abgeraten. Hilfreiche begleitende Mittel gegen Bindehautentzündung sind ganz simple kalte Kompressen, die eine leicht gefäßverengende Wirkung haben. Auch die Befeuchtung des Auges durch Augentropfen mit milden pflanzlichen Inhaltsstoffen ohne chemische Zugaben hilft dem Körper die Infektion zu bekämpfen. Auf jeden Fall gilt es Zugluft und Überanstrengung des Auges zu vermeiden. Natürlich können Kontaktlinsen Bindehautentzündung zusätzlich verschlimmern, deshalb sollte auf sie während der Behandlung von Bindehautentzündung unbedingt verzichtet werden.


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