AMD: Altersbedingte Makuladegeneration

26.02.2016 09:00

Unter den Augenkrankheiten beim Menschen gehört die altersbedingte Degeneration der Makula (AMD Augenkrankheit) mittlerweile zu den häufigsten Augenerkrankungen. Sie kann zur weitgehenden Erblindung führen. Doch was ist Makuladegeneration eigentlich?

Makuladegeneration: Wenn die Netzhaut keine scharfen Bilder mehr liefern kann

Es ist ein kaum bekannter Begriff für eine weit verbreitete Augenerkrankung: An der Makuladegeneration litten nach Erhebungen im Jahr 2008 in Deutschland bereits mehr als vier Millionen Menschen, jährlich erkranken circa 50.000 weitere Personen an dieser meist altersbedingten Augenkrankheit. Betroffen ist dabei die Makula, der innere Teil der Netzhaut, die auch „gelber Fleck“ genannt wird. Die Sehzellen in diesem Gebiet sind verantwortlich für das scharfe Sehen, für die feinsten Bildauflösungen, die das Erkennen von Gesichtern oder das Lesen ermöglichen. Auch das genaue Abschätzen von Entfernungen oder Geschwindigkeiten ist erst durch die Makula möglich.

Altersbedingte Schädigung der Sehzellen

Von einer Makuladegeneration spricht man bei krankhaften Veränderungen und Zerstörungen der Zellen dieser Netzhautregion, deren Resultat der totale Verlust der Sehfunktionen in diesem Bereich ist. Meistens beginnt der Krankheitsverlauf nach dem fünfzigsten Lebensjahr und schreitet kontinuierlich fort. Studien zufolge soll bei Personen über 80 Jahren der Anteil an Makuladegeneration-Betroffenen bei 60 % liegen. Zu völliger Erblindung kommt es selten, das Wahrnehmen verschwommener Bilder durch die Sehzellen im Randbereich bleibt meistens bestehen. Auslöser und Risiken der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) sind nicht eindeutig geklärt, doch Einvernehmen herrscht unter den Wissenschaftlern darüber, dass Rauchen ebenso wie Übergewicht die Krankheit begünstigt. Das Risiko ist laut Royal National Institute of the Blind (RNIB) für Fettleibige um das Doppelte erhöht. Auch genetische Veranlagungen seien hohe Risikofaktoren.

Trockene Makuladegeneration und feuchte Makula-Degeneration

Der Krankheitsverlauf wird unterschieden in trockene und feuchte (nicht nasse) Makuladegeneration. Bei der trockenen Form kommt es zu Stoffwechselablagerungen in den Bereichen der Makula. Dadurch verschlechtern sich Durchblutung und Nervenfunktionen. Im Prinzip handelt es sich um einen vorgezogenen und beschleunigten Alterungsprozess. Bei der feuchten Variante der Erkrankung, die immer aus einer trockenen entsteht, versucht der Körper, dieser Degeneration durch die Bildung von kleinen Blutgefäßen unter der Netzhaut entgegenzuwirken. Diese Gefäßneubildung hat aber negative Folgen: Manchmal wird dadurch die Netzhaut von der tiefer liegenden Aderhaut abgehoben. Oft kommt es zu vermehrter Flüssigkeitsabsonderung in das umliegende Gewebe, zu Narbenbildung oder zu Blutungen ins Netzhautgewebe, wodurch an diesen Stellen schlagartige Blindheit entsteht. Diese feuchte Form der Makuladegeneration ist die fatalere Variante, zu der es bei 15% der Erkrankungen kommt.

Symptome der Makuladegeneration auf verschiedenen Wegen möglich

Diagnostiziert wird die Degeneration häufig durch Zufall, wenn der Patient wegen Verschlechterung der Sehstärke den Arzt aufsucht. Bei einer Makuladegeneration kann eine Anpassung der Brille nur eine leichte Anhebung der Sehstärke, aber keine deutliche Besserung bringen. Eine Untersuchung des Augenhintergrunds durch beleuchtete visuelle Betrachtung der Netzhaut kann die Degeneration zutage bringen. Außerdem lassen sich durch den Makuladegeneration-Test mit einem sogenannten Amsler-Netz Veränderungen der Sehschärfe bemerkbar machen. Ein typisches Symptom für Makuladegeneration, das mit dem Amsler-Netz entdeckt wird: Gerade Linien werden verkrümmt wahrgenommen, in der Mitte des Blickfeldes kommt es zu grauen Flächen. Eine weitere Möglichkeit der Diagnose besteht über die Fluoreszenzangiographie, bei der die Blutgefäße des Augenhintergrundes durch leuchtende Farbstoffe dargestellt werden können.

Therapie der Makuladegeneration

Absolute Heilung ist trotz des  medizinischen Fortschritts bisher nicht möglich. Durch optische Lesehilfen lassen sich die Fähigkeiten des verbleibenden seitlichen Blickfeldes nutzen, um auch mit der Erkrankung weiter normalen Tätigkeiten nachzukommen. Erfahrungen von Rehabilitationsprogrammen zeigen auch, dass Sehverbesserungen oder zumindest Stillstände des Krankheitsverlaufes erreicht werden können, sofern eine totale Schädigung der Makula noch nicht vorliegt. In der Alternativmedizin konnte der Krankheitsverlauf der Makuladegeneration durch Behandlung mit lutein-haltigen Vitaminpräparaten vereinzelt verlangsamt werden. Auch ein weiterer Zusammenhang mit anderen Mikronährstoffen ist vermutet. Bei feuchter Makuladegeneration haben Laserbehandlungen im Frühstadium in Einzelfällen das Verschließen undichter Blutgefäße bewirken können. Wichtig bleiben auf jeden Fall regelmäßige Kontrolluntersuchungen und die Vorbeugung durch Einschränkung der Risikofaktoren Rauchen und Übergewicht. Zusätzlich sollte jeder, der viel vor dem Bildschirm arbeitet, auf regelmäßige Sehpausen achten, um die Augen zu entspannen.


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