Geschichte des Eislaufens

05.12.2015 15:15

Wusstet ihr, dass Menschen schon vor tausenden von Jahren Schlittschuh liefen? Das weiß man, da man Funde gemacht hat, die mehrere tausend Jahre alt sind, mitunter geht man davon aus, dass sie sogar 5000 Jahre alt sind! Könnt ihr euch vorstellen, aus welchem Material diese ersten Schlittschuhe zumeist waren? Es klingt für den ein oder anderen vielleicht ein bisschen eklig, aber die Menschen hatten ja noch nicht die Materialien, die wir heute haben: Sie benutzten geschliffene Knochen. In Sibirien hat man auch einige Funde von Walrosszähnen als Schlittschuhe gemacht, während man in China davon ausgeht, dass Bambusruten benutzt wurden, um über das Eis zu gehen. In Mitteleuropa benutzten die Menschen vor allem Schweinefußknochen, die sie mit Lederriemen an ihren Füßen befestigten. Daher rührt übrigens der Ausdruck Eisbein, den wir noch heute beim Metzger etc. verwenden. Mitunter benutzte man noch bis ins 19. Jahrhundert Knochen als Schlittschuhkufen, obwohl bereits im Mittelalter andere Erfindungen gemacht wurden, z.B. brachte man Eisenkufen an Holz an und band es sich an die Füße.

Wie fing jetzt aber das Vergnügen am Schlittschuhlaufen und der Sport an? Die Vorreiter waren hier unter anderem die Niederländer. Bereits vor 800 Jahren mussten Boten schnell Nachrichten an Adlige überbringen. Um sich schnell über zugefrorene Kanäle bewegen zu können, verwendeten Sie Schuhe mit Eisenkufen. Es entwickelte sich ein dem Adel vorenthaltenes Sportsvergnügen, aber nach und nach wurde es auch zum Volkssport und im 18. Jahrhundert wurden bereits die ersten Vereine in Großbritannien gegründet. Zu den bekanntesten Sportarten gehören Eiskunstlauf, Eistanzen, Eishockey, Eisschnelllauf und Xtreme Ice Skating, wobei für die Sportarten unterschiedliche Schlittschuhe getragen werden. So gehen die Schuhe beim Eiskunstlauf bis zu den Waden, während sie beim Eisschnelllauf nur bis unters Fußgelenk gehen. In Nordeuropa sind Schlittschuhmarathons sehr beliebt. Dazu gehört zum Beispiel der sogenannte niederländische  Elfstedentocht, hier werden an einem Tag elf Städte – 200 km – durchfahren.

Wieso kann man überhaupt und wieso so schnell über das Eis hinwegfegen? Das liegt daran, dass durch die Reibebewegung genug Wärme entsteht, um ein wenig Eis schmelzen zu lassen. Durch diese dünne Schicht flüssiges Wasser ist es möglich, sich schnell fortzubewegen.

Hier noch ein paar Hinweise zum Thema Schlittschuhlaufen auf freien, gefrorenen Gewässern:

Es ist immer absolute Vorsicht geboten!

Um überhaupt über eingefrorenes Gewässer laufen bzw. fahren zu können, muss die Eisschicht natürlich dick genug sein. Für eine Person reichen schon 5 cm Dicke aus, während es für Personengruppen ca. 8 cm sein müssen. Natürlich kann man das jetzt nicht einfach mit einem Lineal abmessen, aber die Werte sollen eine kleine Hilfe sein. Am besten an einer sicheren Stelle testen oder einen „Fachmann“ zu Rate ziehen.

Auf kleinen Gewässern sollte man allerdings den Tieren zuliebe nicht Eislaufen. Erschütterungen und die daraus resultierenden Schallwellen können die Tiere aus dem Winterschlaf wecken. Ein deswegen erhöhter Sauerstoffverbrauch unter der Eisdecke oder das Aufwirbeln von schädlichen Sumpfgasen können für die Tiere eine tödliche Bedrohung darstellen. Daher lieber auf größere Gewässer oder noch sicherer auf künstliche Eisflächen oder Hallen ausweichen.

Nun aber wünschen wir euch viel Spaß beim Wintersport und immer eine gute Sicht dabei!

Mehr übers Eislaufen erfahrt ihr hier.


Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.