Korrektur des Sehfehlers im Schlaf

01.02.2016 07:45

Über Nacht Kontaktlinsen tragen und am Tage wieder richtig sehen können? Davon träumt sicher jeder, der auf das Tragen von Brille oder Kontaktlinsen angewiesen ist. Kontaktlinsen sind zwar mittlerweile sehr praktisch und verfügen über einen hohen Tragekomfort, doch das ungetrübte Sehvergnügen ganz ohne Korrektur ist sicher der Traum eines jeden Fehlsichtigen. Das Augenlasern ist die einzige Möglichkeit, um auf eine Sehhilfe zu verzichten. Da eine Augenlaseroperation jedoch nicht für jeden in Frage kommt, bilden Nachtlinsen bei einigen Fehlsichtigkeiten eine Alternative. Dass die Korrektur eines Sehfehlers mittels Nachtlinsen auch über Nacht erfolgen kann, ist bislang weniger bekannt, obwohl das Verfahren bereits seit vielen Jahren angewandt wird und die Nachtlinsen seither weiter entwickelt wurden.

Wie funktionieren Nachtlinsen?

Bei Nachtlinsen handelt es sich um harte, formstabile Kontaktlinsen, die über Nacht während des Schlafens getragen werden. Diese speziellen Linsen werden auch als orthokeratologische Nachtlinsen bezeichnet. Durch das Tragen der Nachtlinsen wird die Form der Hornhaut des Auges verändert und Fehlsichtigkeiten können somit für einen Zeitraum von bis zu 16 Stunden korrigiert werden. Nachtlinsen üben einen Druck auf das Zentrum der Hornhaut aus, so dass sich die Hornhautoberfläche verändert. Auf diese Weise kann erreicht werden, dass für ein bis drei Tage am Tage keine Korrektur des Sehfehlers benötigt wird und auf Brille oder Kontaktlinsen verzichtet werden kann. Dieser Effekt bleibt jedoch nicht dauerhaft bestehen, da sich die Hornhaut des Auges wieder zurückbildet. Die Nachtlinsen müssen deshalb regelmäßig getragen werden. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass es besonders in der ersten Zeit beim Tragen der Nachtlinsen zu Schwankungen der Sehleistung kommen kann und die Sehschärfe nicht immer gleichbleibend ist. Nachtlinsen kommen bereits seit mehr als zwanzig Jahren zum Einsatz, wobei sich die Technologie weitaus verbessert hat. Mittlerweile handelt es sich bei Nachtlinsen um, die vom Auge besser vertragen werden.

Kann jede Art der Fehlsichtigkeit durch Nachtlinsen korrigiert werden?

Die Grundvoraussetzung für das Tragen von Nachtlinsen sind gesunde Augen, das heißt, dass keine Erkrankungen oder Fehlbildungen der Hornhaut des Auges vorliegen. Fehlsichtige, die unter einem Keratokonus leiden, können somit keine Nachtlinsen tragen. Beim Keratokonus handelt es sich um eine kegelförmige Ausdünnung und Verformung der Hornhaut des Auges. Keratokonus-Erkrankungen können zwar mit speziellen Linsen korrigiert werden, um weitere Verformungen zu vermeiden. Nachtlinsen sind hierzu jedoch nicht geeignet. Da Nachtlinsen einen größeren Durchmesser als normale Linsen haben, kann die Sauerstoffversorgung des Auges gestört werden. Gerade deshalb sind besonders in der Anfangszeit sehr häufige Kontrollen beim Augenarzt erforderlich. Kommen wir nun zu den Arten der Fehlsichtigkeiten, die mit Hilfe von Nachtlinsen behandelt werden können. Leider können nicht alle Sehfehler durch Nachtlinsen korrigiert werden. Die Kurzsichtigkeit (Myopie) kann maximal bis zu -6 Dioptrien korrigiert werden. Sehschwächen, die darüber hinausgehen, können auch durch Nachtlinsen nicht ausgeglichen werden. Ebenso sind Nachtlinsen bei verschiedenen Arten der Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) wenig erfolgversprechend. Gleiches gilt für Fehlsichtige, die unter einer Weitsichtigkeit (Hyperopie) leiden. Da nur eine sehr leichte Weitsichtigkeit durch Nachtlinsen korrigiert werden kann, rentiert sich ihr Einsatz kaum. Fehlsichtige mit einer mittelschweren Kurzssichtigkeit können somit am ehesten von formstabilen Nachtlinsen profitieren. Die Linsen bieten, neben der Augenlaseroperation, die einzige Möglichkeit, für einen längeren Zeitraum auf eine Sehfehler-Korrektur zu verzichten, vorausgesetzt die Nachtlinsen werden regelmäßig getragen.


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