Konservierungsmittel und Kontaktlinsen

13.01.2016 13:30

Hinsichtlich des Materials hat sich bei harten und weichen Kontaktlinsen in den letzten Jahren viel getan. Um von dem hervorragenden Tragekomfort profitieren zu können, gilt es jedoch immer noch verschiedene Verhaltensmaßregeln zu beachten. Von Seiten der Kontaktlinsenträger besteht immer noch eine gewisse Unsicherheit, wobei bestehende Fragen meist schnell beantwortet werden können. Konservierungsmittel und Kontaktlinsen nehmen diesbezüglich einen besonders hohen Stellenwert ein.
Viele Träger von Kontaktlinsen sind auf die Anwendung von Augentropfen angewiesen. Allergiker greifen auf antiallergische Augentropfen und Antihistaminika zurück und bei bestehenden Entzündungen der Augen schaffen antibiotische Augentropfen Abhilfe. Andere wiederum leiden unter trockenen und empfindlichen Augen, haben zu wenig Tränenflüssigkeit, was zu geröteten, tränenden und brennenden Augen führt. In diesem Fall kommen Tränenersatzmittel in Form von Augentropfen zur Anwendung, um die lästigen Symptome abzumildern.
Bei der Anwendung von Augentropfen gilt es grundsätzlich, auf die Inhaltsstoffe des Medikaments zu achten. Hierbei sollte auf die Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid und Chlorhexidin besonders geachtet werden.
Um Augentropfen länger haltbar zu machen, nachdem die Tropfflasche angebrochen wurde, werden den meisten Augentropfen Konservierungsmittel beigefügt. Durch den Zusatz erhalten die Augentropfen eine etwa vierwöchige Haltbarkeit. Oft ist allerdings nicht bekannt, dass Konservierungsmittel dem Material der Kontaktlinsen schaden können. Die Substanzen Benzalkoniumchlorid und Chlorhexidin lagern sich insbesondere in dem Material weicher Kontaktlinsen ein, wodurch die Hornhaut der Augen geschädigt werden kann. Ebenso kann es zu Verfärbungen und Beschädigungen der Linsen kommen. Harte Kontaktlinsen können zwar keine Konservierungsmittel im Material speichern, allerdings können die Substanzen die Lebensdauer der formstabilen Linsen reduzieren. Grundsätzlich gilt es beim Tragen weicher Kontaktlinsen auf konservierte Augentropfen zu verzichten. Eine Ausnahme bilden lediglich Tageslinsen, die nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. Wer unter einer Allergie, wie beispielsweise Heuschnupfen, zu leiden hat, sollte aber auf konservierungsmittelfreie Augentropfen ausweichen. Da diese nur über einen sehr kurzen Zeitraum angewendet werden können, sind Einmaldosen zu empfehlen, die am Abend weggeworfen werden.

Wurden antibiotische Augentropfen wegen einer Augenentzündung verordnet, ist es wegen der bestehenden Infektionsgefahr angebracht, während des Erkrankungszeitraums auf das Tragen von weichen und harten Kontaktlinsen zu verzichten. Die auf den Linsen abgelagerten Keime, Bakterien, Viren oder Pilze, können die Hornhaut der Augen angreifen und durch das Tragen kann es zu einer ständigen Neuinfektion kommen. "Künstliche Tränen" werden meist als Einzeldosen angeboten, die keine Konservierungsmittel beinhalten. Sie können problemlos trotz der harten oder weichen Kontaktlinsen verwendet werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Konservierungsmittel und Kontaktlinsen nur sehr schlecht miteinander harmonieren und es fast immer zu Komplikationen kommt, wenn die Substanzen Benzalkoniumchlorid und Chlorhexidin auf das Material von Kontaktlinsen trifft. Deshalb sollte diese Kombination bestenfalls vermieden werden. Wenn diese Verhaltensmaßregeln beachtet werden, spricht nichts gegen das Tragen von Kontaktlinsen und jeder Fehlsichtige kann uneingeschränkt vom großen Tragekomfort der modernen Kontaktlinsen profitieren.


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