Nachtblindheit

06.10.2015 14:30

Nachtblindheit ist ein eher ernsteres Thema. Man kann sich einiges unter diesem Begriff vorstellen. Falls ihr jetzt denkt, ihr wisst worum es geht, täuscht euch nicht.  Es gibt mehrere Stufen von Nachtblindheit, aber zuvor sollten wir erstmal klären, was Nachtblindheit überhaupt ist.

Was ist Nachtblindheit?

Bei Nachtblindheit oder auch Hemeralopie ist die Sehleistung bei Dunkelheit und Dämmerung deutlich verringert. Das kann nicht nur beim Abendspaziergang, sondern auch beim Autofahren zu Problemen führen. Ihr kennt das bestimmt: Ihr geht raus ins Dunkle oder von einem hellen Raum in einen Dunklen und ihr seht absolut nichts, aber nach einer gewissen Zeit seht ihr immer klarer im Dunkeln, sprich, die Sicht wird mit der Zeit im Dunkeln immer besser.  Bei Menschen mit Nachtblindheit fällt diese Dunkelanpassung aus, sprich, es bleibt dunkel und wird auch nach einer gewissen Zeit nicht besser. Das Sehen bei z.B. Dämmerung ist sehr schlecht und ab einem gewissen Grad der Dunkelheit sieht der Betroffene gar nichts mehr. Daher der Begriff "Nachtblindheit".

Woher kommt Nachtblindheit?

Nachblindheit kann verschiedene Ursachen haben. Es gibt eine vererbbare Nachtblindheit, aber auch eine, die später entstehen kann. Bei der angeborenen Nachtblindheit sind die Stäbchen im Auge (Sinneszellen auf der Netzhaut, welche für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich sind) nicht mehr 100%ig funktionsfähig. Der Betroffene hat eine normale Sehschärfe, ein normales Gesichtsfeld und normales Farbsehvermögen, lediglich die Anpassung an eine geringe bis gar keine Lichtquelle ist nicht mehr möglich. Daneben kann Vitamin-A-Mangel zu einer Nachtblindheit führen. Vitamin-A ist nötig, damit sich der Sehpurpur (Bestandteil der Sinneszellen der Netzhaut) regenerieren kann. Ohne die Regeneration ist eine Dunkeladaption nicht möglich. Durch Vitamin-A -Zufuhr kann diese Art der Nachtblindheit aber wieder behoben werden. Außerdem können viele Erkrankungen der Netzhaut und Hornhaut zu einer Nachtblindheit führen. Starke Trübungen der Hornhaut und der Augenlinse können zu einer starken Dämpfung des Lichts führen und somit auch zu einer eingeschränkten Sicht im Dunkeln. Dies ist aber vielmehr ein vermindertes Kontrastsehen als eine Nachtblindheit.

Erkennen und Behandeln

Mittels zweier Geräte und auf zwei unterschiedlichen Arten kann man eine Nachtblindheit erkennen. Das eine Gerät ist der Mesoptometer. Hier wird die Geschwindigkeit der Anpassung der Netzhaut an die Dunkelheit überprüft. Das andere ist der Nyktometer. Dabei wird gemessen, wie sich das Kontrastsehen in der Dunkelheit mit und ohne Blendung verhält. Diese Messung ist besonders für Autofahrer wichtig, da hier festgestellt werden muss, ob jemand weiterhin Autofahren darf oder nicht. Leider gibt es bisher keine Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit einer angeborenen Nachtblindheit, allerdings ist eine Chance auf Heilung bei einer Vitamin-A-Mangel-Nachtblindheit sehr groß, sofern diese Art der Nachtblindheit früh genug erkannt wurde.


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