Sehschwäche in den Industrienationen

26.11.2015 09:15

Immer mehr Menschen können in der Nähe gestochen scharf sehen, doch alles, was weiter entfernt ist, wird undeutlich und verschwommen wahr genommen. Studien aus Skandinavien und Großbritannien belegen, dass die Sehschwäche in den Industrienationen in den letzten Jahrzehnten drastisch zugenommen hat...

In Skandinavien tritt die Kurzsichtigkeit (Myopie) bei 35% der Studenten auf, in Großbritannien ist die Kurzsichtigkeit noch weiter verbreitet. Rund 53% der englischen Studenten sind kurzsichtig. Augenärzte sind sich mittlerweile sicher, dass die Kurzsichtigkeit eine Zivilisationskrankheit darstellt, die sich besonders stark in den letzten 40 Jahren in den westlichen Industrienationen verbreitet hat. In manchen Regionen hat sich der Anteil der Kurzsichtigen verdreifacht. Bei den Indianern aus den Amazonasgebieten finden sich vergleichsweise wenig Menschen mit einer Sehschwäche. Dort liegt der Anteil der kurzsichtigen Menschen bei lediglich 5% der Bevölkerung.

 

Kurzsichtigkeit als Folge der Industrialisierung

Im asiatischen Raum ist die Kurzsichtigkeit besonders weit verbreitet. Bei rund 90% der Studenten konnte die Sehschwäche nachgewiesen werden. Während Wissenschaftler noch vor Jahren der Meinung waren, dass die Gene Schuld an der Kurzsichtigkeit seien, ist man sich heute sicher, dass hierfür die Lebensumstände als Folge der Industrialisierung verantwortlich sind. Als Hauptursache gilt die Naharbeit, zu der Menschen mit höherem Bildungsstand gezwungen werden. Durch das stundenlange Starren in der Nähe können sich die Augen nicht mehr regenerieren. Die Arbeit am Bildschirm gilt somit als Hauptrisikofaktor der Kurzsichtigkeit. Ein zu langer Augapfel ist für die Kurzsichtigkeit verantwortlich. Durch das ständige Sehen in der Nähe stellt sich das Auge so ein, dass der Brennpunkt direkt hinter der Netzhaut liegt. Durch das Fixieren beginnt der Augapfel langsam zu wachsen. Bei diesem Krankheitsbild ist auch von der so genannten Schulmyopie die Rede, das heißt, dass die Sehschwäche nicht genetisch bedingt ist, sondern erworben wird. Bei Kindern, die das Lesen erlernen, wird die Schulmyopie häufig festgestellt. Im Gegensatz zur angeborenen Kurzsichtigkeit kommt es bei der erworbenen Myopie nur zu einer sehr langsamen Verschlechterung der Sehleistung. Die Vermutung, dass das ständige Sehen in der Nähe verantwortlich für die zunehmende Kurzsichtigkeit ist, wird dadurch gestützt, dass die Kurzsichtigkeit bei kleinen Kindern im Nahen Osten besonders häufig auftritt. Bereits im Alter von drei Jahren lernen die Kinder das Lesen, wobei die Schriftzeichen wesentlich komplizierter sind und große Konzentration gefragt ist.

 

Korrektur mittels Brillen und Kontaktlinsen

Dauerhaft können lediglich Brillen und Kontaktlinsen dabei helfen, die Sehschwäche zu korrigieren. Wer weiterhin, trotz Kurzsichtigkeit, seiner Arbeit ohne Korrektur fortsetzt, riskiert ein Voranschreiten der Sehschwäche. Hinzu kommt, dass Betroffene in der Regel unter begleitenden Symptomen leiden. Hier kommt beispielsweise das Brennen der Augen in Betracht oder auch Kopfschmerzen, beides ist auf die gesteigerte Konzentration aufgrund der Sehschwäche zurückzuführen.

 

Kurzsichtigkeit vorbeugen: Augentraining

Die Kurzsichtigkeit durch das ständige Nahsehen bei vermehrtem Lesen kann nicht verhindert werden. Allerdings kann man zum Vorbeugen der Kurzsichtigkeit selbst aktiv werden. Das Augentraining nimmt hier einen hohen Stellenwert ein. Empfehlenswert ist es, auf eine möglichst große Entfernung beim Lesen zu achten. Der Abstand sollte etwa 30 Zentimeter betragen. Bei der Bildschirmarbeit ist es ratsam, einen größeren Monitor anzuschaffen und diesen möglichst weit entfernt zu stellen. Zudem gilt es, auf eine ausreichende Beleuchtung zu achten. Um ständiges Starren zu vermeiden, sind kleine Lesepausen zu empfehlen. Während dieser Pause sollte der Blick in die Ferne schweifen, um die Augen zu trainieren.


Kommentar schreiben
Captcha

Bitte gib die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.