Schielen bei Kindern

16.03.2016 16:30

Das Schielen bei Kindern wird häufig erst viel zu spät behandelt. Der Grund hierfür ist, dass ein kleiner Schielfehler meist als niedlich empfunden wird und kein ernsthafter Sehfehler hinter der Fehlstellung der Augen vermutet wird. Dabei sollte das Schielen auch bei sehr kleinen Kindern ernst genommen werden und der Silberblick auf keinen Fall als kleiner Schönheitsfehler abgetan werden.

Viele Eltern und auch die Verwandtschaft finden es einfach niedlich, wenn das Baby einen leichten Silberblick hat. Gerade in den ersten Lebenswochen ist es nicht ungewöhnlich, dass Babys nicht ganz „geradeaus“ blicken. Eltern, die einen Silberblick bei ihrem Baby feststellen, sollten jedoch wissen, dass eine Untersuchung beim Augenarzt nötig ist, wenn das Schielen (Strabismus) auch nach den ersten sechs Lebensmonaten auftritt.

Sehschwäche und eingeschränktes räumliches Sehen als Folge des Schielens Der Augenarzt kann auch bei sehr kleinen Kindern feststellen, welche Ursache hinter dem Schielen steckt. Unbehandeltes Schielen im Kleinkindalter hat fast immer eine einseitige Sehschwäche zur Folge, die im späteren Leben durch eine Korrektur mit Brille oder Kontaktlinsen behandelt werden muss. Ebenso ist das räumliche Sehen bei Kindern in Gefahr, wenn das Schielen nicht frühzeitig behandelt wird. Da zwischen fünf und sieben Prozent aller Kinder schielen, ist eine genaue Beobachtung des Babys anzuraten. Unbehandeltes Schielen hat zur Folge, dass sich die Sehleistung der Augen einseitig ausbildet, was zur Folge hat, dass ein Auge geschwächt wird. Da die Augen alles etwas versetzt wahrnehmen, kann das Gehirn das räumliche Sehen nicht ermöglichen, das heißt, dass das Kind kein normales „Stereo-Sehen“ erlebt. Wird das Schielen nicht behandelt, kann das Kind zusätzlich bis zum sechsten Lebensjahr eine Schwachsichtigkeit eines Auges (Amblyopie) entwickeln, die bereits ab dem achten Lebensjahr nicht mehr zu behandeln ist. Für das Kind bedeutet dies, dass ein Auge lebenslänglich unter einem starken Verlust der Sehleistung leidet.

Kleinkinder zur Untersuchung beim Augenarzt Auf die Untersuchung beim Augen wird irrtümlicherweise oftmals verzichtet, weil angenommen wird, dass die Untersuchung nicht möglich ist, da das Kind noch nicht lesen und auch keine Bilder benennen kann. Dies ist jedoch nicht nötig, da der Augenarzt mittels einfacher Tests einen Schielfehler erkennen kann. Ein direkter Sehtest ist hierbei nicht nötig. In manchen Fällen ist eine Operation des Schielens unumgänglich. Häufig reicht es bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr jedoch aus, dass das sehschwache trainiert wird. Hierbei wird das sehstarke Auge mit einem so genannten Okklusionspflaster zugeklebt, so dass das schwache Auge genutzt werden muss. Auf diese Weise wird verhindert, dass das Kind im späteren Leben unter einer lebenslänglichen Schwachsichtigkeit (Amblyopie) eines Auges leidet. Auch wenn die Okklusionsbehandlung bei schielenden Kindern mehrere Jahre dauern kann, so lohnt sich die Behandlung besonders dann, wenn sich die Sehleistung des sehschwachen Auges verbessert. Verbleibt nach der Okklusionsbehandlung lediglich ein optischer Schielfehler bei guter Sehleistung, so kann dieser Schönheitsfehler operativ behoben werden.


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