Frühzeitige Augenuntersuchungen bei Kindern

21.04.2016 13:30

Vielen Eltern ist es nicht klar, warum eine frühzeitige Augenuntersuchung bei ihren Kindern so wichtig ist. Meist wird angenommen, dass Sehfehler im Rahmen der Kindervorsorge (U-Untersuchungen) erkannt werden. Dies ist jedoch leider oft nicht richtig. Statistisch gesehen wird bei den Vorsorgeuntersuchungen lediglich jedes dritte sehschwache Kind erkannt. Ebenso wird das Schielen bei Kleinkindern häufig erst sehr spät erkannt. Bei der Vorsorge wird nur jeder 10. Schielfehler vom Kinderarzt entdeckt. Um dauerhafte Schäden am Auge zu vermeiden, ist eine frühzeitige Behandlung der Sehschwäche und des Schielens, unbedingt erforderlich.

Warum werden Sehfehler beim Kinderarzt häufig nicht erkannt?

Augenerkrankungen, die mit dem bloßen Auge oder sehr einfachen Geräten untersucht werden können, wird jeder Kinderarzt bei der Untersuchung erkennen. Allerdings gibt es verschiedene Augenerkrankungen und Sehfehler, die nur mit speziellen Geräten untersucht werden können, die beim Augenarzt zum Einsatz kommen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder stark fehlsichtiger Eltern spätestens bis zum ersten Lebensjahr bei einem Augenarzt vorgestellt werden. Gleiches gilt, wenn ein oder beide Elternteile einen Schielfehler haben. Nach dem vollendeten zweiten Lebensjahr sollten grundsätzlich alle Kinder zur Kontrolle der Sehstärke bei einem Augenarzt vorgestellt werden. Auch dann, wenn beide Elternteile keinen Sehfehler haben und nicht auf eine Korrektur durch Brille oder Kontaktlinsen angewiesen sind.

Schielen und Fehlsichtigkeit bei Kindern

Um Spätfolgen zu vermeiden, muss das Schielen (Strabismus) bei Kindern möglichst früh erkannt und behandelt werden. So stehen die Chancen recht günstig, dass das Schielen im fortschreitenden Alter nicht mehr vorhanden ist. Schielfehler sind jedoch nicht immer mit bloßem Auge zu erkennen. So genannte Mikroschielfehler können lediglich mit entsprechenden Geräten beim Augenarzt untersucht werden. Auch die Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) sowie Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bei Kindern stellen ein Problem dar, da Kinder trotz einer Sehschwäche in der Lage sind, deutlich zu sehen. Dies ist besonders bei der Weitsichtigkeit und der Hornhautverkrümmung der Fall. Kinder können bei hoher Konzentration das Auge „scharf stellen“ und erreichen somit eine normale Sehleistung. Allerdings ist dies sehr anstrengend und kann bei Kindern vermehrt zu Kopfschmerzen führen. Eine vorsorgliche Augenuntersuchung vor dem Schulbeginn sollte aus diesem Grund immer durchgeführt werden. Grundsätzlich gilt: Je früher eine Untersuchung beim Augenarzt durchgeführt wird, desto besser. Nur so können Sehfehler der Augen frühzeitig erkannt und behandelt werden und im Falle einer notwendigen Behandlung stehen die Chancen gut, im späteren Leben ohne Sehhilfen auszukommen.


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