Augentattoo und Augenpiercing

04.11.2015 18:15

Modetrends werden immer skurriler.

Waren Tattoos und Piercings vor einiger Zeit vielleicht noch etwas ganze Neues und Eigenartiges, so gehören Sie heute fast zum Alltag und man sieht sie bei Personen aus unterschiedlichen Altersklassen und Schichten.

Langweilig wird es den Trendsettern wohl nicht und manche Trends werden immer gewagter und gefährlicher. So gibt es seit einigen Jahren Menschen, die sich die Augen tätowieren lassen oder sich so genannte Eyejewels – Augenpiercings – einsetzen lassen.

Viele fühlen sich von dieser Mode eher abgeschreckt, denn sie ist nicht nur unübersehbar, sondern auch gefährlich.

Was ist denn ein Augentattoo?

Bei einem Augentattoo wird kein Muster ins Auge tätowiert, sondern die Farbe des Augenweißes wird verändert. Da dies schon ein krasser Vorgang ist, sind auch oft die Farben krass. So lassen sich die Wagemutigen die Augen schwarz, blau, grün oder rot färben.

Einer der ersten, die sich ein Augentattoo stechen ließen, war wohl Pauly Unstoppable. Ein Blick in die Google Bildersuche genügt, um sich ein Bild von ihm zu machen.

Wie funktioniert das?

Es wird einfach Farbe zwischen Bindehaut und Lederhaut des Auges gespritzt und verteilt.

Die Bindehaut – auch Conjunctiva genannt – ist eine dünne, durchsichtige Schleimhaut, die die Innenfläche der Augenlider überzieht. In ihr finden sich Nervenfasern und Blutgefäße. Sie schützt das Auge vor Fremdkörpern und ist außerdem für die Beweglichkeit des Augapfels notwendig. Die Lederhaut – auch Sclera oder „weiße Augenhaut“ genannt – ist Teil der äußeren Augenhaut, umschließt den Augapfel fast vollständig und schützt somit das Auge.

Betäubt wird man bei diesem Eingriff eher nicht und es muss äußerst unangenehm sein, wenn man ins Auge gestochen wird. Die Farbe muss dann auch noch verteilt werden, da der Eingriff auch nicht bei allen gleich abläuft. So kann es sein, dass mehrere Einstiche bzw. Spritzen nötig sind und die Farbe dann noch mit einem Stäbchen verteilt werden muss.

Was sind die Risiken?

Entfernen lässt sich die Farbe dann hinterher nicht mehr und auch Langzeitfolgen sind noch unbekannt. Neben der Gefahr von Entzündungen, Verletzungen und eventuell allergischen Reaktionen, könnten kleine Fehler schon zur Erblindung führen. Manche leiden nach dem Eingriff auch unter einem Fremdkörpergefühl, da die Haut im Auge nicht dick ist und man somit die Farbe spüren kann.

Von dieser Art der Tätowierung ist die Keratographie abzugrenzen. Hierbei handelt es sich um eine Tätowierung der Hornhaut, um das Auge auch nach Unfällen wieder normal aussehen zu lassen.

Was ist ein Eyejewel?

Eyejewels werden auch Augenpiercings genannt. Dabei sind sie keine Piercings im eigentlichen Sinne. Vielmehr wird ein millimeterdünnes Platinstück unter die Hornhaut des Auges eingepflanzt.

Der Eingriff ist wie eine kleine OP und findet unter örtlicher Betäubung statt.

So kann man sich z.B. silberne Herzchen oder Ähnliches ins Augenweiß implantieren lassen.

Als Sahnehäubchen hat Designer Eric Klarenbeek ein Eye Jewell entwickelt, das auf eine Kontaktlinse aufgesetzt werden kann und wie eine lange Träne aus dem Auge ragt - wem's gefällt...

Was sind die Risiken?

Beim Eingriff kann es zu Reizungen und Entzündungen kommen. Aber auch Vernarbungen und Blutungen können die Folge sein und das Auge sowie die Sehkraft dauerhaft schädigen.

Das Auge...

…ist ein schönes und praktisches Organ des Menschen. Man hat nur zwei Augen und da wäre es leichtsinnig sein Augenlicht einfach so zu riskieren. Augen sind von Natur aus schön, doch wenn man es verschönern möchte, kann man auch zu farbigen Kontaktlinsen greifen. In Zusammenarbeit mit dem Augenarzt oder Optiker muss man dann auch nichts befürchten.

Mehr zum Thema erfahrt ihr hier.


Kommentar schreiben
Captcha

Bitte gib die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.